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22 Apr 2018

Lektionen in Selbstvertrauen

Eine der Lektionen, die ich auf die harte Tour gelernt habe ist, die Belastungen, die die Arbeit mit sich bringt, so zu dosieren, dass ich damit leben kann. Ich arbeite gern und viel. Ich bin gern kreativ und produktiv. Aber auch ich hatte einen Punkt, an dem es zu viel wurde. Die Erkenntnisse daraus haben mich nicht nur einen anderen Umgang mit mir selbst gelehrt, sondern auch zum Projekt Women in Tech Academy geführt.

Ich weiß also, wovon ich spreche, wenn es um Selbstvertrauen, Selbstdisziplin, Stabilität und Belastbarkeit geht. Dies sind die Inhalte dieses Moduls. Wenn Du sie durchgearbeitet hast, solltest Du ein Stück weit vorbereitet sein auf die Wiedereinstieg, sein Fallstricke erkennen und sie umgehen können. Trau Dir zu, es zu schaffen. Es gibt Mittel und Wege, mit den meisten Situationen umzugehen.

Ich erlebe nahezu täglich, dass der Mangel an Selbstvertrauen einer der häufigsten Gründe dafür ist, dass Frauen nicht in den Job zurückkehren. Sie halten sich nicht für fähig, den Anforderungen eines Unternehmens gerecht zu werden. In den letzten MOnaten ging es u.a. darum, herausfinden, woran das liegt. Denn Selbstvertrauen oder der Mangel daran korrespondiert stark mit dem, was wir über uns und unsere Umwelt denken. Deswegen will ich dieses Thema noch einmal dezidierter betrachtet.

Die Fähigkeit sich durchzubeißen gehört zu den Grundzutaten jeder Karriere.

Ohne Selbstdisziplin geht nichts. Eine längere Auszeit aus dem Job verändert meist unsere Bereitschaft dazu. Sie entfernt uns von den beruflichen Zielen. Außerdem lernen Mütter in den ersten Lebensmonaten und Lebensjahren eine andere Art von Disziplin. Kinder verlangen einen anderen Umgang und leben uns etwas anderes vor. Diese neue Erfahrung können wir nutzen, müssen sie aber in die Erfordernisse der Arbeitswelt integrieren, egal ob wir uns einen neuen Job suchen, selbstständig werden oder einfach an unseren alten Platz zurückkehren.

Kinder sind für die meisten von uns eine schöne Erfahrung. Aber seien wir ehrlich, wir haben mit ihnen auch erlebt, dass sie Stress machen. Irgendwann kommt für Mütter der Moment, an dem uns das Kind auch mal zu viel wird. Ziemlich wahrscheinlich, wenn man nachts ständig geweckt wird. Unter anderem dafür gibt es ja die Elternzeit. Als Du noch arbeiten warst, hast Du eine Form von Resilienz gelernt eingesetzt, die Dir ermöglicht hat, mit den Anforderungen klar zu kommen. Vermutlich hast Du das bereits in der Schule und im Studium gelernt. Jetzt wurde die Fähigkeit auf eine harte Probe gestellt und Du musstest neue Wege gehen, andere Techniken lernen. Mit den neuen Erfahrungen kannst Du einerseits im Job viel anfangen. Andererseits ist die Belastungsgrenze auch höher. Nach Feierabend warten immer noch mehr Sachen, die gemacht werden müssen.

Natürlich sind wir oft in Situationen, in denen wir tun müssen, was andere von uns verlangen. Genauso oft sind wir an Konventionen gebunden. Es ist jedoch von Vorteil für uns, wenn wir uns dieser Situation bewusst sind. Konventionen sind von Menschen gemachte Regeln, keine Naturgesetze. Und seien wir ehrlich, die Konventionen in großen Unternehmen sind gar nicht so selten Produkte der Angst, sich falsch zu verhalten bzw. auf etwas nicht reagieren zu können, weil es uns unbekannt ist. Je durchstrukturierter die Norm ist, umso unwahrscheinlicher ist es, dass uns etwas unerwartetes begegnet. Es gibt viele Hinweise und ganze Lehrbücher darüber, was uns hilft, sicherer zu wirken. Die Ratschläge reichen von anlassbezogener Kleidung bis in zur Position der Hände während eines Meetings. Die meisten dieser Tipps helfen uns durchaus, sicherer zu wirken

Aber sicher zu sein, ist etwas mehr. Gerade wenn wir aus der Elternzeit kommen, also aus einer Phase, in der wir uns ganz wesentlich selbst als Mutter definiert haben, müssen wir lernen, uns als arbeitende Mutter zu definieren. Das ist eine Qualität, die Du vor dem ersten Kind noch nie hattest. Du warst eine junge, arbeitende Frau, Du hattest fachliche Kompetenz, Du hattest ein Standing im Unternehmen. Aus all dem hast Du ein Selbstverständnis bezogen. Dieses Selbstverständnis hat sich m Laufe der Zeit entwickelt, wurde von außen und oft genug auch von Dir infrage gestellt. Aber egal, wie positiv oder negativ es ist, es hat sich verändert.

Doch jetzt hat es eine neue Qualität. Eine, die Du mit Qualifikationen und Joberfahrungen nicht erreicht haben kannst. Dem musst Du Dich stellen. Dabei ist es sicher nötig, sich der Ängste bewusst zu sein. Niemand von uns ist angstfrei. Auch die größten Angeber und obersten Chefs nicht.

Der Umgang damit beginnt wie in jeder guten Form der Selbstbehauptung. Wenn Du Dich verteidigen musst, sage niemals „Fassen Sie mich nicht an!“ Damit bist Du in der schwächeren Position. Sage: „Lassen Sie mich los!“ Damit ist die Forderung klar auf Deiner Seite. Es ist wichtig, dass Du, egal ob im Fahrstuhl oder im Meeting sachbezogen klar machst, wer Du bist und was Du bist. Auf dem Spielplatz definierst Du Dich zunächst als Mutter, in der Firma definierst Du Dich zuallererst über Deine Arbeit und Deine Position. Und diese Sichtweise verlangst Du auch von anderen., indem Du sie klar kommunizierst.

Das bedeutet, Dir vorher Deine Qualifikation, Deine Erfolge, Deine gelernten Lektionen bewusst zu machen. Wenn Du zu einem Bewerbunsginterview gehen würdest, würdest Du mit Sicherheit nicht Deine Mutterrolle kommunizieren. Du würdest erwähnen, dass Du Kinder hast. Aber sie stehen nicht im Zentrum des Gespräches. Was wir in solchen Situationen tun, ist eine Biografie, eine Geschichte, einen schlüssigen Zusammenhang zwischen all dem konstruieren, was wir bisher gemacht haben. Damit wirken wir am überzeugendsten. Und mit dieser schlüssigen Biografie überzeugst Du auch Dich und Deine Kollegen.

Mach Dir die Erfahrungen und Erfolge Deiner Bildungskarriere und Deiner beruflichen Vergangenheit bewusst. Erzähle Dir und Deinen Freunden Deine Geschichte, schreib sie vielleicht sogar auf. Es fokussiert Dich auf diesen Teil Deines Lebens.

Angst bedeutet nicht, dass wir vor etwas zurückschrecken müssen. Ganz sicher gibt es nicht für alles eine gute Vorbereitung und vermutlich wird es auch Situationen geben, in denen wir verlieren. Aber wenn Du Dich erinnerst, was bisher in den Modulen gesagt wurde, ging es immer darum, in kleinen Häppchen zu verstehen, wie die Lage gerade ist und sich in kleinen Häppchen auf die Lage einzulassen, sie Teillösungen zu finden, die zu einem großen Ganzen zusammenwachsen werden. Darauf zielten auch die Aussagen vorhin ab. Mach Dir die Bestandteile der Themen klar, dann werden sie überschaubar.

Panik bedeutet, einer Situation gegenüber zu stehen, die man real oder vermeintlich nicht mehr kontrollieren kann. Angst bedeutet, einer Situation gegenüber zu stehen, aus der es Auswege gibt. Es wird ein danach geben. Deswegen ist es ratsam, dazu erfassen und zu verstehen, mit was man konfrontiert ist. Große Projekte geht man an, in dem man einzelne Aufgaben löst. Der return to work ist ein solches Projekt.